Wie Sie Ihre persönlichen (negativen) Glaubenssätze „über Bord werfen“ und auflösen (Teil 1)

Wie Sie Ihre persönlichen (negativen) Glaubenssätze „über Bord werfen“ und auflösen (Teil 1)

Ein Glaubenssatz ist der sprachliche Ausdruck von etwas, an das Sie glauben, dass Sie für wahr halten. Er ist dafür verantwortlich, wie wir unser Umfeld bewerten und auf Ereignisse reagieren. Gemäß Ihrer Glaubenssätze nehmen Sie die Wirklichkeit wahr – diese Wahrnehmung kann jedoch in den Augen Dritter befremdend oder nicht sinnvoll sein.

Im NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren = eine Sammlung von Kommunikationstechniken und Methoden zur Veränderung psychischer Abläufe im Menschen) sind Glaubenssätze ein Ausdruck innerer Modelle, die Sie als Person fortlaufend entwerfen bzw. andauernd entwerfen (müssen), um sich in unserer Welt zu orientieren. Glaubenssätze sind insofern Gedanken, die tief in Ihrem Geist verankert sind und somit für Sie persönlich wahr sind. Sie werden von Ihnen selbst wieder und wieder gedacht. Oftmals sind Ihnen Ihre Glaubenssätze gar nicht so bewusst, da sie Ihnen unbewusst wie auch unterbewusst z.B. durch Erziehung und frühere Erfahrungen eingeprägt wurden.

 

Solche Glaubenssätze sind z.B.

  • im Beruf und Alltag
    • Ich bin nicht gut genug.
    • Ich bin unwichtig. / Ich bin nur ein kleines Licht.
    • Ich mache alles falsch. / Ich bin ein Versager.
    • Ich muss alles perfekt machen. / Ich muss es anderen recht machen.
    • Ich muss alles sofort erledigen.
    • Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.
    • Ich bekomme keine Anerkennung. / Ich bekomme keine Aufmerksamkeit.
    • Ich habe immer Pech. / Ich werde vom Pech verfolgt.
    • Man kann niemandem trauen.
    • Schuster bleib bei deinen Leisten.
    • Alle Verantwortung hängt nur an mir.
    • Ich habe nie Glück. / Ich habe nie Erfolg.
    • Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
    • Um Erfolg zu haben braucht man starke Ellenbogen.
  • rund um das Thema Geld, Reichtum und Finanzen
    • Alle Reichen sind korrupt.
    • Geld verdirbt den Charakter.
    • Geld allein macht nicht glücklich.
    • Nur wer Geld hat, hat die Macht.
    • Man kann nur auf Kosten anderer reich werden.
    • Viel Geld kann man nur durch Rücksichtslosigkeit und Härte bekommen.
    • Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel kommt.
    • Reichtum macht einsam.
    • Wer viel Geld hat, kann sich nicht mehr an Kleinigkeiten freuen.
    • Geld ist die Wurzel allen Übels.
    • Über Geld spricht man nicht.
    • Sei zufrieden mit dem, was du hast.
    • Ich habe nie genug Geld.
    • Lieber arm und glücklich als reich und krank.

 

Markieren Sie einfach mal drei bis fünf der oben genannten Glaubenssätze – z.B. diejenigen, die Sie als Kind sehr häufig von Eltern oder Verwandten gehört haben und die im Laufe Ihres Lebens regelmäßig in Ihrem eigenen Denken präsent geworden sind. Viele Glaubenssätze haben die gleiche Ursache und eine ähnliche Bedeutung – und lassen sich einem sogenannten „Kernglaubenssatz“ zuordnen.

 

Ordnen Sie nun Ihre ausgewählten Glaubenssätze folgenden drei Kernglaubenssätzen zu:

  • Ich bin wertlos.
  • Ich habe kein Vertrauen.
  • Ich lebe im Mangel.

Hierbei ist es hilfreich, dass Sie sich selbst fragen: Was spricht dieser Glaubenssatz bei mir an? Meinen Selbstwert, mein fehlendes Vertrauen oder das Gefühl eines Mangels?

 

Mögliche neue, positive Glaubenssätze

Ihr Ziel sollte es sein, ausschließlich positive Glaubenssätze zu haben, um so ein erfüllte(re)s Leben zu entwickeln. Nachstehend eine Liste einiger positiver Glaubenssätze:

  • Ich bin in Ordnung und Du bist in Ordnung.
  • Alles was mir passiert, dient meiner Entwicklung.
  • Ich bin Herr über meine Gedanken.
  • Das Leben ist gut.
  • Alles Gute kommt zu mir.
  • Ich empfange jetzt … (setzen Sie hier das ein was Sie sich wünschen).

 

Nun schreiben Sie auf ein separates Blatt folgende positive Leitsätze, denen Sie dann bitte Beweise aus Ihrem eigenen Leben zuordnen.

  • Ich bin wertvoll.
  • Ich lebe im Vertrauen.
  • Ich habe immer mehr als ich brauche.

 

Wir sehen und spüren bereits jetzt: glücklicherweise gibt es nicht nur negative Glaubenssätze. Anhand Ihrer persönlichen Erfolge aus Ihrem bisherigen Leben konnten Sie sehen, dass es auch positive Glaubenssätze gibt, die dazu führen, dass Sie an sich und Ihren Erfolg glauben.

 

Beim Militär wird eine Strategie angewandt, seine Schwächen in Stärken zu verwandeln, um immer das Beste aus einer gegebenen Situation herausholen zu können. Jemand, der z.B. klein ist, kehrt diese vermeintliche Schwäche in eine Stärke um. Anstatt „Ich bin klein.“ sagt man „Ich bin wendig und flink.“ Oder „Aufgrund meiner Größe kann ich mich erfolgreicher verstecken.“

 

Von dieser Möglichkeit wollen wir auch Gebrauch machen. Ich möchte Sie bitten, Ihre Notizen mit den negativen Glaubenssätzen hervorzuholen und die alten Glaubenssätze in positive, bestärkende Glaubenssätze, die für Sie Gültigkeit haben, umzuformulieren. Bitte formulieren Sie alles stets in der Gegenwartsform und nicht im Konjunktiv (d.h. ohne wenn, hätte, könnte, wäre). Achten Sie auf eine aktive Formulierung und schreiben Sie es so, als sei der Zustand bereits gegeben. Wenn Sie z.B. schreiben: „Ich will glücklich sein.“ geben Sie Ihrem Unterbewusstsein die Botschaft, dauerhaft glücklich sein zu wollen, anstatt es tatsächlich zu sein. Zielführender wäre: „Ich bin glücklich.“

Ich gebe Ihnen anhand der nachstehenden Glaubensätze ein paar Beispiele:

Das Leben ist hart. Das Leben macht mir (oft) Spaß!
Das Leben ist anstrengend.   Das Leben ist erfüllend.
Ich mache immer alles falsch.   Alles, was ich wirklich will, gelingt mir.
Ich bin ein Versager.   Ich habe bereits viele Erfolge erzielt (z.B. …).
Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.   Ich liebe mich, so wie ich bin.
Ich bin hässlich.   Meine Augen sind schön und strahlend.
Erst die Arbeit – dann das Vergnügen.   Meine Arbeit bereitet mir (meistens) Vergnügen.

 

Der Abschied von Ihren alten Glaubenssätzen

Wenn Sie alle Ihre Glaubenssätze auf diese Weise überarbeitet haben, wird es Zeit, sich von diesen alten, negativen Glaubenssätzen zu trennen. Zunächst bitte ich Sie sich die Notizen mit den negativen Glaubenssätzen nochmals anzuschauen und laut zu sich selbst zu sagen: „Diese Glaubenssätze haben keine Gültigkeit mehr. Ich brauche sie nicht mehr! Ich nehme jetzt Abschied davon und sage Tschüss!“. Wenn Sie mögen, dann schnappen Sie sich ein Lieblingsgetränk Ihrer Wahl oder Sie schaffen sich einen anderen ansprechenden Rahmen, um diese alten Glaubenssätze nun endgültig zu verabschieden. Entfachen Sie ein Feuer im Kamin, dem Grill oder einer anderen Feuerstelle – und verbrennen Sie Ihre alten Glaubenssätze (d.h. das Blatt mit den Notizen). Sie benötigen diese nun nicht mehr!

Spüren Sie, wie erleichternd sich das anfühlt. Es ist fast so, als nehme man endlich einen schweren Rucksack nach einer langen Reise von den Schultern. Genießen Sie diesen Moment. Nun haben Sie es geschafft! Gratulation! Sicherlich fühlen Sie sich jetzt erleichtert und wesentlich freier. Das Blatt mit dem positiven Glaubensätzen können Sie sich an eine geeignete Stelle – z.B. in Ihre Innentür des Kleiderschranks oder an den Spiegel im Bad – hängen. Auf diese Weise erhält Ihr Unterbewusstsein täglich einen positiven Impuls und verstärkt Tag für Tag die kraftschenkenden Inhalte in Ihrem Leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.