Was sind die wichtigsten Eigenschaften einer guten Führungskraft?

Eigentlich scheinbar eine simple Frage … doch sie ist letztendlich nicht so einfach zu beantworten. Wie erkennt man, ob jemand den Aufgaben einer Führungskraft gewachsen ist?

Nachstehend kurz aufgelistet und zusammengefasst die wichtigsten Punkte – Testen Sie doch einfach mal für sich selbst.

Denn: eine führungsstarke Persönlichkeit in leitender Funktion besitzt das Talent, dass ihm Leute willentlich folgen. Jedes Unternehmen braucht solch starken Persönlichkeiten auf allen Managementebenen, die die Eigenschaften einer guten Führungskraft aufweisen. Doch wie erkennen Sie als Geschäftsführer bzw. Führungskraft, ob jemand für einen neu zu besetzenden Posten als Führungskraft bei Ihnen geeignet ist?

 

  1. Sie haben eine Vision

Eine Führungskraft mit einer Vision hat ein klares Bild, wo es hingehen soll und wie dieses Ziel erreicht werden kann. Dies allein ist aber noch nicht ausreichend. Denn –  Führungskräfte müssen ihre Vorstellungen mit anderen teilen. Jack Welch, der frühere Geschäftsführer von General Electric, hielt es so: „Gute Anführer gestalten eine Vision, kommunizieren die Vision, verfolgen sie mit brennendem Ehrgeiz und treiben sie bis zur Vollendung voran.“ Insofern muss eine Führungskraft in der Lage sein, ihre Vision so zu kommunizieren, dass Kunden und Mitarbeiter daran glauben. Sie muss klare und leidenschaftliche Worte finden – und seine Umgebung quasi damit regelrecht anstecken.

 

  1. Agieren statt (laufend und ständig zu) Analysieren

Wer eine Vision hat, muss diese auch umsetzen können. Ein „Leader“ leidet nicht daran alles erst im Detail analysieren zu müssen bevor er handelt – sondern er ordnet nahezu alles dieser Vision unter. Als Führungskraft müssen Sie daher in der Lage sein, Ihre Mitstreiter zu inspirieren und zu mobilisieren. Sie sind der Motor, der neue Ideen vorantreibt! Fällt dieser Motor aus, so gerät das ganze Vorhaben ins Stocken. Allein dadurch obliegt Ihnen eine große Verantwortung, aber auf der anderen Seite können Sie auch enorm viel umsetzen. Lassen Sie sich nicht davon abschrecken! Es kann eine großartige Erfahrung sein zu erleben, wie die eigene Vision bei anderen Handlungsmotivation hervorruft und ein kleiner Funke plötzlich ein großes Feuer entfacht. Können Sie von sich selbst behaupten, dass Sie vorliegende Aufgaben stets mit der nötigen Zeit und Energie vorantreiben und fertigstellen? Eine gute Führungskraft tut alles dafür, den nächsten Schritt in Richtung Vision vorzunehmen und geht somit stets als positives Beispiel und Vorbild voran. So zeigt der Leader seinem Team, dass die Zeit in der Arbeit nicht abgesessen werden muss, sondern es immer Chancen gibt, etwas Großes zu erreichen.

 

  1. Integrität und Fairness

Eine integre Person vertritt stets privat wie öffentlich die gleichen Werte. Vermitteln Sie Vertrauenswürdigkeit – und lassen Sie bei Ihren Mitstreitern keinen Zweifel darüber entstehen, dass Ihr Wort stets gilt. Dies bedeutet: Ehrliches Handeln, vorhersehbare Reaktionen, kontrollierte Emotionen und jegliches Fehlen von etwaigen Wutanfällen. Eine Führungskraft mit ausgewogener Integrität ist für die Mitarbeiter viel greifbarer. Zudem ist enorm wichtig, fair zu sein. Fairness bedeutet, andere durchweg mit gleichem Maß zu messen. Ein Leader hört alle Meinungen, bevor er ein Urteil fällt. Er sollte vermeiden, Entscheidungen ohne die nötigen Daten zu treffen – dennoch ist dies kein Gegensatz zu Punkt 2.

 

  1. Loben ist wichtig – und quasi Pflicht

Seien Sie jetzt mal ganz ehrlich mit sich selbst: Fällt es Ihnen leicht, Andere für ihre Leistung zu loben? Und wie würden Sie sich selbst bezeichnen: eher selbstbewusst, aber bescheiden? Warum frage ich dies? Diese Punkte sind unbedingt notwendig, um sich als Führungskraft zu etablieren. Was ich damit meine: Anerkennung da zu zollen, wo sie nötig ist. Streben Sie stets danach, Anerkennung für Erfolge so weit wie möglich auf Ihre Mitarbeiter zu verteilen. Auf der anderen Seite übernimmt eine gute Führungskraft die professionelle Verantwortung für Fehler. So fühlen sich die Mitarbeiter sicher, außerdem schweißt diese Maßnahme das Team zusammen. Ein schöner Leitsatz dazu: „Spread the fame and take the blame.“ Bescheidene Führungskräfte erkennen zudem, dass sie weder besser noch schlechter als der Rest des Teams sind. Solche Leader sind nicht übertrieben bescheiden, sondern versuchen vielmehr, die anderen mitzuziehen.

 

  1. Absolute Offenheit

Zuhören können. Offen für neue Ideen und Wege sein – auch wenn diese nicht unbedingt der gängigen Denkweise entsprechen. Leader sind in der Lage, Ideen ihrer Mitarbeiter zu akzeptieren, aufzugreifen und anzuwenden. Offenheit bildet gegenseitigen Respekt und Vertrauen zwischen Chef und Mitarbeitern. So bleibt das Team außerdem immer mit frischen Ideen versorgt. Glauben Sie Steve Jobs hatte die Ideen für seine Produkte und Kampagnen immer alle selbst?

 

  1. Möglichst viel „Kreativität“ – dies verhindert Stillstand

Die Fähigkeit zum „Querdenken“ ist als Chef wichtig, wenn findige Lösungen für ein Problem gefragt sind. Kreativität erlaubt Führungskräften Dinge zu sehen, die die Anderen oftmals nicht sehen (können). So kann Ihr Team in neue Richtungen gelenkt werden. Die wichtigste Frage, die Sie als Chef stellen können ist: „Was wäre wenn…?“

 

  1. Sich durchsetzen – aber in der wertschätzenden „Light-Variante“

Hier gilt: Durchsetzungsvermögen ist nicht gleichbedeutend mit Emotionalität, Patriarchat oder gar Aggressivität. Vielmehr ist damit die Fähigkeit gemeint klar auszudrücken was man konkret erwartet, um etwaige Missverständnisse zu vermeiden. Als Führungskraft müssen Sie Durchsetzungsvermögen an den Tag legen, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten. Genauso gilt es zu verstehen, was die Mitarbeiter von Ihnen als Chef erwarten. Dazu ist reflektiertes Selbstbewusstsein und Selbstbeherrschung enorm wichtig. Natürlich sollen Sie nicht wie ein Diktator auftreten, der seinen Mitarbeitern nichts vermittelt außer: Befehle, Befehle, Befehle. Jemand muss – in bestimmten Situationen – den Ton ansagen, keine Frage. Ansonsten fehlt Struktur, Disziplin und Konsequenz die Projekte brauchen, um zu funktionieren. Aber bitte immer mit sehr viel Wertschätzung und Respekt.

 

  1. Sinn für Humor

Dieser Punkt wird uns Deutschen ja oftmals gerne vorgeworfen. Die verbissenen Pünktlichkeitsfanatiker mit Regelbesessenheit und Struktur. Dies hat alles sicherlich auch seine Vorteile – aber mit etwas Humor lässt es sich meist deutlich entspannter arbeiten. Humor ist auch wichtig, um z.B. Spannungen zu lösen, Feindseligkeiten zu entschärfen oder Langeweile zu durchbrechen. Effektive Leader wissen, wie sie Humor benutzen können, um die Mitarbeiter zu motivieren. Dabei ist Humor kein Widerspruch zu Pflichtbewusstsein – ganz im Gegenteil. Die Arbeit unter einer humorvollen Führungskraft ist deutlich entspannter und wird bei den Mitarbeitern zu mehr Commitment führen, da dadurch auch Menschlichkeit und Nähe vermittelt wird. Und das ist etwas, das Ihnen als Führungskraft nie abhandenkommen sollte.

 

Und? Wie würden Sie sich nun selbst einschätzen? Nutzen Sie wenn möglich doch alle vorgenannten Punkte, um sich weiterzuentwickeln. Und achten Sie bei der nächsten Besetzung einer Ihrer Führungskräftepositionen  darauf, ob die Person, die vor Ihnen sitzt, möglichst viele, zumindest aber einige dieser Eigenschaften aufweist. Sicherlich ist dies nicht in einem Gespräch sofort erkennbar. Aber wenn Sie die Punkte im Hinterkopf haben, können Sie das Gespräch in eine entsprechende Richtung lenken.

 

Viel Erfolg dabei!