Megatrends: Was Sie als Unternehmer für Ihre strategische Ausrichtung wissen sollten

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Laut einer Vielzahl unterschiedlicher Studien werden 15 wichtige sogenannte „Megatrends“ unsere zukünftige Welt in den nächsten Jahrzehnten wahrnehmbar beeinflussen. Dies kann aus Auswirkungen auf Ihr „Geschäftsmodell“ haben – Chancen & Risiken liegen hier dicht beieinander! Und sind extrem unterschiedlich – je nach Unternehmen & Branche!

Dennoch ist es wichtig derartige Entwicklungen durch bzw. im Zusammenhang mit solchen Megatrends zu kennen – und sie unternehmensspezifisch als Baustein in der strategischen Ausrichtung Ihres Unternehmens zu nutzen.

Per Definition spricht man von einem Megatrend wenn dieser drei charakteristische Eigenschaften aufweist:

  1. Langfristigkeit: Megatrends entfalten ihre Wirkung über mehrere Jahrzehnte hinweg
  2. Globale Bedeutung: Megatrends zeigen sich auf der ganzen Welt, allerdings in regional unterschiedlicher Ausprägung
  3. Hohe Wahrscheinlichkeit: Es lässt sich relativ gut abschätzen, wie sich Megatrends in den kommenden zehn bis 15 Jahren entwickeln werden.

Als wichtigste Megatrends werden bezeichnet:

  1. Digitalisierung

Auch unter Begriffen wie Industrie 4.0, Büro 4.0 etc. bekannt. Es geht im Rahmen der „Vertikalen Integration“ um die Verknüpfung technischer mit kaufmännischen Prozessen über Unternehmensebenen hinweg sowie zudem um die „Horizontale Integration“ als Vernetzung von Prozessen & Ressourcen entlang der Wertschöpfungskette.

 

  1. Zusammenwachsen von Technologien

Kernthema ist hier vor allem die zunehmende Verschmelzung von Nano-, Bio- & Informationstechnologie. Dabei geht es u.a. um Forschungsschwerpunkte wie die   Erweiterung bzw. Wiederherstellung menschlicher Fähigkeiten sowie um Entwicklungen in der Materialwissenschaft in Form „Intelligenter Werkstoffe“.

 

  1. Vormarsch der Wissensgesellschaft

Zunehmend globale Bildungsangebote, lebenslanges Lernen & mehr Eigen-verantwortung in der Wissenserschließung sowie Innovationen als wesentliche Wachstumstreiber stehen hier im Vordergrund.

 

  1. Demografischer Wandel

Weiteres globales Bevölkerungswachstum, vor allem in Schwellenländern, steigende Lebenserwartung durch medizinischen Fortschritt, der dadurch bedingte Anstieg chronisch Kranker & Pflegebedürftiger zwingt Gesellschaften zur Anpassung der Sozialsysteme und entsprechenden Investitionen im Infrastrukturbereich.

 

  1. Urbanisierung

Bis zum Jahre 2050 werden mehr als 2/3 der Weltbevölkerung in Städten leben. Zudem liegen die größten Städte der Zukunft in Schwellenländern. Dies führt zur weiteren Verdichtung der globalen Produktivkraft in Städten – gekoppelt mit hohem Energieverbrauch, Luftverschmutzung, Emission von Treibhausgasen wie auch Hygienemängeln.

 

  1. Neue Mobilitätsmuster

Weltweit wird sich der Güter- & Personenverkehr weiter entwickeln – speziell in asiatischen Schwellenländern. Dadurch stößt die vorhandene Infrastruktur an ihre Auslastungsgrenzen – z.B. im Flug- & Seehafenbereich. Der z.T. damit gekoppelte weitere Verbrauch fossiler Brennstoffe führt zu vermehrter Luftverschmutzung, einer Verschlechterung der Lebensqualität in Städten wie auch zu einer Beschleunigung des Klimawandels.

 

  1. Globalisierung 2.0

Es wird zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse von West zu regionalen Zentren mit neuen Schwerpunkten im asiatischen Raum kommen. Die dort befindlichen Schwellenländer profitieren von wachsenden Binnenmärkten und zunehmenden Handelsbeziehungen untereinander. Der Lebensstandard dies Schwellenländer gleicht sich dem in Industrieländern an – die sich dort entwickelnde konsumfreudige Mittelschicht wächst jährlich um ca. 70 Mio. Schon heute, aber noch weiter zunehmend kommen aus einigen asiatischen Schwellenländern die einflussreichsten Investoren.

 

  1. Weltweite Sicherheit & Risiken / Umbruch Politik & Wirtschaft

Der zunehmende Anbau von Monokulturen führt zu Problemen – ebenso die steigende Komplexität in Wertschöpfungs- und Logistikketten. Wirtschaftskrisen & Währungskonflikte nehmen ebenso zu wie weitere Konfliktpotenziale zwischen Arm und Reich, Terrorismus und Organisiertes Verbrechen. Bedingt durch den weiteren Klimawandel häufen sich Naturkatastrophen und extreme Wetterereignisse – und führen zudem zu einem sich weiter entwickelnden Wettbewerb um Wasser, Nahrung und schwindende Rohstoffe.

 

Zudem steigt der sogenannte „Legitimationsdruck“ aller politischen und wirtschaftlichen Systeme – und der Einfluss der Schwellenländer nimmt weiter zu. Von der früheren amerikanischen Dominanz entwickelt sich eine zunehmend multipolare Welt – und Rohstoffländer entwickeln ein neues Selbstbewusstsein. Und nicht zuletzt kommt es zur Ordnung bisher besitzfreier Gebiete in Tiefsee und Weltall.

 

  1. Wandel der Arbeitswelt

Dienstleistungen gewinnen weiter an Bedeutung – und Unternehmen müssen sich mehr und mehr mit der Frage nach der zukünftigen Mitarbeitergewinnung & -qualifizierung befassen.

Der Arbeitskräfteeinsatz in Unternehmen entwickelt sich zunehmend flexibler – unbefristete Vollzeitstellen werden mehr und mehr durch befristete Projektverträge, freie Mitarbeit & Teilzeit ersetzt. Mobile Büro’s oder mehr und mehr Home Office Tätigkeit entwickelt sich weiter. All dies verlangt nach neuen Arbeitsweisen und anderen, Innovativen Führungstechniken sowie modifizierten, weiter standardisierten Geschäftsprozesse welche hiermit korrespondieren.

 

  1. Geschlechterrollen im Wandel

Die traditionellen Geschlechterrollen weichen mehr und mehr auf und verschwinden. Vereinbarkeit von Familie und Beruf bekommt einen höheren Stellenwert – und bislang traditionelle Familien- und Lebensformen wandeln sich.

 

  1. Fortschreitende Individualisierung

Beziehungen verändern sich – hin von wenige(r) engen & tiefen zu immer mehr losen, unverbindlichen. Hierdurch bedingt gewinnen individualisierte Produkte & Dienstleistungen an Bedeutung.

 

  1. Veränderungen im Gesundheitswesen

Neben einer leider weiteren Entstehung neuer Krankheitsbilder nehmen Gesundheitsbewusstsein und Selbstverantwortung steigen – mit immer weiterer Tendenz zu mehr Prävention. Der Gesundheitssektor verlangt eine enorme Re-Organisation Gesundheitssektor – denn die Ausgaben wachsen weiter stark, und Leistungen werden mehr und mehr privatisiert.

 

  1. Neue Konsummuster

Auslandsmärkte erfordern eigene Produktportfolio’s – je nach Region sind unterschiedliche Trends zu berücksichtigen. Schätzungen zufolge wird mit zunehmendem Wohlstand vor allem in den Schwellenländern der Absatz von Verbrauchsgütern den Faktor 10 betragen. Da auch die verfügbaren Einkommen in Ländern wie Brasilien, Russland, Indien und & China eine Größenordnung einnehmen wie z.B. Europa und die USA zusammen existieren enorme Marktchancen.

Zudem entwickeln sich „Nachhaltigkeit“ und „Neo-Ökologie“ weiter als Konsummotiv – der sogenannte „Grüne Konsum“ wird als Teil eines modernen urbanen Lebensstils.

 

  1. Klimawandel

Klimatische Veränderungen führen zu erheblichen Kosten sowohl für die Abmilderung dieses Klimawandels als auch für die Bewältigung seiner Folgen. Hierdurch nimmt die Gefahr wegbrechender klimasensitiver Märkte in ausgewählten Regionen – z.B. im Tourismus – zu. Im Gegenzug erschließen neue entstehende Märkte z.B. im Bereich von Umwelttechnologien sowie im Innovationsfeld Wasser.

 

  1. Umbrüche bei Energie & Ressourcen

Weltweit steigt der Verbrauch von Energie, Wasser und strategischen Rohstoffen weiter – bei entsprechend sinkenden Ressourcen. Erneuerbare Energieträger gewinnen deshalb an Bedeutung – Wasser- und Windkraft werden bzw. müssen weiter ausgebaut werden. Themen wie die Verbesserung der Energieeffizienz wird zum zentralen Innovationsfeld um weitere Einsparpotentiale zu generieren.

 

Für umfassendere Informationen siehe auch: … (hier)