7 Tipps, um Ihre Unternehmensnachfolge erfolgreich zu gestalten

7 Tipps, um Ihre Unternehmensnachfolge erfolgreich zu gestalten

Es gibt kein allgemein anwendbares Patentrezept, um eine Nachfolge konfliktfrei zu gestalten. Aber aus vielen Beobachtungen und Begleitungen möchte ich Ihnen gerne sieben 7 wertvolle Hinweise an die Hand geben, wie die Nachfolge in Ihrem Unternehmen zumindest mit größerer Erfolgschance angegangen werden kann! 

  1. Beschäftigen Sie sich frühzeitig mit der Nachfolge!

Denken Sie frühzeitig über die Nachfolge nach, selbst wenn für Sie der Rückzug ins Privatleben noch weit in der Ferne zu liegen scheint.

Planen Sie den Zeitpunkt. Machen Sie sich frühzeitig Gedanken zu der Art des Generationenwechsels: Ist wirklich die familieninterne Nachfolge die beste Lösung? Sind Ihre Kinder fähig, kompetent, qualifiziert genug und vor allem auch wirklich interessiert daran, die Führung des Familienunternehmens zu übernehmen?

Wenn Sie da Ja sagen, testen Sie es: Checken Sie es aus, ob Ihre Kinder als Nachfolger passen. Machen Sie es in kleinen Schritten und übertragen Sie ihnen immer mehr Verantwortung.

Vielleicht sind aber auch bestehende Mitarbeiter geeigneter das Unternehmen zu übernehmen oder fortzuführen? Vielleicht Ist der Verkauf des Unternehmens eine Option. Vielleicht lässt sich das Unternehmen auch in eine Stiftung umwandeln.

Egal welche Lösung sie letztendlich anstreben, gehen Sie davon aus, dass die Übergabe an die nächste Generation von der Planung bis zur Umsetzung etwa 5-10 Jahre dauern wird.

Nehmen Sie sich genügend Zeit, wichtige Fragen zu beantworten. Nur so bekommen Sie über sich und das weitere Vorgehen Klarheit. Hier beispielhaft nur einige wenige:

  • In welchem zeitlichen Rahmen möchte ich gerne aussteigen, und wie soll das Übergabe-Ritual aussehen?
  • Was erwarte ich von meinem Nachfolger?
  • Wie tragen die Mitarbeiter den Wechsel mit?
  • Wer bin ich, wenn ich meinem Unternehmen nicht mehr vorstehe?

Um solche Fragen detailliert zu beantworten oder überhaupt erst mal gestellt zu bekommen, ist es hilfreich, sich mit einer unabhängigen, vertrauensvollen Person auszutauschen. 

  1. Akzeptieren Sie Veränderungen

Akzeptieren Sie, dass der Nachfolger – egal ob extern oder familienintern –  das Unternehmen – Ihr Unternehmen verändern wird.

Vielleicht nicht in den ersten Tagen, aber mittel- und langfristig mit Sicherheit. Er wird das Unternehmen mit seiner Persönlichkeit führen wollen – und die wird mit Sicherheit anders sein als die Ihre und bisherige. 

  1. Geben Sie die Verantwortung rechtzeitig ab!

Ab einem bestimmten Zeitpunkt – laut Ihrem Plan – sollten Sie sich vollständig aus dem Unternehmen zurückziehen.

Dann gibt es keinen Rückzug auf Raten: beispielsweise indem Sie auch noch auf unbegrenzte Zeit durch einen Beratervertrag weiter im Unternehmen bleiben. Das schafft meist sonst nur Probleme mit den Nachfolgern. Vor allem dann, wenn der Unternehmer seine Firma bis dato eher autoritär bzw. patriarchisch geführt hat.

Es ist wahrscheinlich, dass es zu Konflikten kommt, wenn der Vorgänger seinen Nachfolger immer wieder wegen dessen Entscheidungen kritisiert – vor allem wenn er das in der Öffentlichkeit oder vor Mitarbeitern tut. Oder wenn er gar glaubt in die Unternehmensführung eingreifen zu müssen.

Achten Sie auch darauf, dass es nicht zum Prinz-Charles Syndrom kommt: also, wenn sich eine Übergabe über Jahre hinzieht und der Nachfolger in einer Dauer-Warteposition verharrt. So jemand wird nach einiger Zeit des Wartens weder von Mitarbeitern noch von Kunden mehr ernst genommen. 

  1. Vermeiden Sie überhöhte Erwartungen!

Laut einer IHK Untersuchung gehen 44 % der Unternehmensinhaber mit überhöhten Kaufpreisvorstellungen in die Verhandlungen zur Nachfolge.

Das ist verständlich, da das Herzblut des Gründers im Kaufpreis des Unternehmens steckt. Verständlich, aber nicht sinnvoll.

Der Inhaber muss sich emotional vom Unternehmen lösen, ansonsten ist der Übergabeprozess gefährdet und kann scheitern.

Die Frage, die er sich stellen muss lautet: Welches Ertragspotenzial bietet das Unternehmen? Das ist entscheidend – nicht wie viel Arbeit und persönlicher Einsatz ins Unternehmen geflossen sind. 

  1. Bauen Sie Vertrauen auf durch Transparenz und gemeinsame Zeit!

Der Nachfolger und der Unternehmer – egal ob extern oder aus der Familie kommend – sollten möglichst viel Zeit miteinander verbringen – und zwar auch abseits des Tagesgeschäfts.

Beide müssen gegenseitig Vertrauen fassen und das geht nur, wenn sie sich offen austauschen können über ihre Werte, ihre Motivation, Überzeugungen und Befürchtungen. Dadurch wird die Chance größer, dass Nachfolger und Vorgänger an einem Strang ziehen.

Der Nachfolger sollte so viel wie möglich über das Unternehmen erfahren – sofern er es nicht aufgrund langjähriger Mitarbeit schon mitbekommen hat und ggf. weiß:
die Geschichten, die Werte, die Ängste, die überstandenen Krisen: all das, was Ihr Unternehmen ausmacht und worauf Sie als Unternehmer mit Ihren Mitarbeitern stolz sind.
Es geht um Fragen wie:

  • „Warum gibt es das Unternehmen?“ und
  • „Wofür stehen wir?“ (Vision & Mission) 
  1. Finden Sie eine neue Lebensaufgabe!

Die Firma ist meist der Lebensinhalt des Unternehmers. Bei vielen fehlt die Balance zwischen Beruf und Familie. Es reicht deswegen nicht, zu glauben, Sie könnten sich als Unternehmer so einfach aufs Altenteil zurückzuziehen und sich dann endlich dem Vergnügen wie Reisen, Sport und Hobbies widmen. Das geht schief.

Nach einiger Zeit fallen Sie als früherer Unternehmer in ein emotionales Loch. Das Wort Unternehmer kommt schließlich von „etwas unternehmen“.

Um loslassen zu können, brauchen Sie einen weiteren Sinn im Leben. Nur die Kontinuität des Unternehmens zu sichern und abzutreten, das reicht nicht.

Was gibt dem Leben des Unternehmers Sinn, wenn sich doch bisher im Wesentlichen alles um das Unternehmen gedreht hat? Hierüber wird häufig nicht gesprochen. Als Unternehmer ist die eigene Firma ein großer Teil der Identität.

Viele Unternehmer fürchten sich davor Macht einzubüßen und Ansehen sowie Einfluss zu verlieren. Es führt aber kein Weg daran vorbei: Der Prozess der Übergabe des Unternehmens ist mit einem Bedeutungsverlust verbunden.

Wenn Sie Ihr Unternehmen abgeben, müssen Sie neue Lebensgewohnheiten erlernen und einen neuen Lebensinhalt finden. Über diesen Lebensinhalt sollten Sie sich bereits vorher ausgiebig Gedanken machen. Auch hierbei kann ein Coach sehr hilfreich sein. 

  1. Informieren Sie alle frühzeitig und transparent!

Denken Sie auch daran, dass Sie Ihre Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden nicht im Regen stehen lassen.

Informieren Sie frühzeitig und transparent über Pläne und die Übergabe Ihres Unternehmens an Ihren Nachfolger, wenn die Unternehmensübergabe klar und eindeutig geregelt ist.

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